Die typische Vinschger Marille ist sehr gesund und hat ein herrliches Aroma. Die Marille ist eigentlich eine Südfrucht und liebt Sonne, Wärme, wenig
Regen, reichlich Wind und lockere nicht zu fette Böden. Deshalb schmeckt diese kleine runde Frucht nirgendwo anders so aromatisch wie im schönen Vinschgau. Das mediterrane Klima, die vielen Sonnenstunden, der häufige Wind und wenig Regen sind die idealen Bedingungen für diese gesunden Früchte. Besonders in der Umgebung von Laas haben sich viele Bauernhöfe in geschützten Hochlagen in den letzten Jahrzehnten wieder auf eine alte Vinschger Tradition besonnen, den Marillenanbau. Deshalb findet in Laas jedes Jahr das berühmte Marmor& Marillen Fest statt.
Die Marille oder Aprikose (lat. Prunus armeniaca) gehört zu den Rosengewächsen. Ursprünglich stammt die Marille aus China, man baute sie dort bereits vor etwa 4.000 Jahren an. Alexander der Große brachte die Marille nach Griechenland und Italien. Die Römer brachten sie schließlich 70 v. Chr. nach ganz Europa.
Heute sind die Vinschger Marillen in unserer Küche überhaupt nicht mehr wegzudenken. Ob als Rohobst, als Saft, Marillenmarmelade oder verarbeitet in einigen typischen Südtiroler Gerichten wie z.B. die Marillenmarmelade in den Südtiroler Krapfen oder der berühmte Vinschger Marillenknödel.
Zur Vinschger Marille gibt es eine kleine Geschichte..
Die Geschichte um die Marille:
Der Marillenhandel von Paul Troger
Ein gutes Jahr, war dieses meinten die Laaser Bauern, denn der Roggen war bereits geschnitten und die sogenannten Hocker aus goldgelbem Stroh und deren Ären, die Frucht des Roggens zierten die schöne Landschaft des Vinschgaus. Und in Mitten der Äcker standen große mächtige Bäume mit vielen herrlichen goldgelben Früchten. Den sogenannten Vinschger Marillen, wie sie unter den grünen Blättern der Bäume hervorleuchteten. August das war die Erntezeit und die Früchte waren bereits reif. Dieses Jahr war es eine besonders gute Ernte, doch leider stöhnten die Händler bereits und wussten keine Abnehmer für die Vinschger Marillen mehr. Da fassten 2 junge Burschen aus Laas der Bäckn Korl und der Niggl den Entschluss: Die Marillen müsse man dort verkaufen wo keine wachsen. Die Pferde wurden an den Karren gespannt und die Marillen Kiste für Kiste aufgeladen, los gings das Ziel war Bormio. Als die beiden Burschen die Passhöhe des Stilfser Jochs erreicht hatten machten Sie eine kleine Rast. Der Wirt dort war so begeistert von der traumhaften Frucht, dass er sofort welche kaufte, leider gaben ihm die 2 Burschen nur 2 Kisten, denn den Rest wollten Sie in Bormio an den Mann/Frau bringen. Dann gings weiter nach Bormio, es war Sonntag und sie wollten nach der Messe am Dorfplatz die Marillen verkaufen. Aus der Kirche kamen 2, 3 krumme Männlein und alte Weiblein in Schals gehüllt, diese schenkten den Handelsleuten keinen Blick und gingen ihre Wege. Dann kam plötzlich ein Karrengespann mit einem Mann, das ist ein Fruttivendolo welch ein Glück, dachten sich die 2 Burschen. Der Mann steuerte direkt auf sie zu und wollte die Vinschger Marille für Sie verkaufen. Eifrig halfen der Bäckn Korl und der Niggl beim umladen. Der Mann bedankte sich mit einem freundlichen Gruß und forderte die Burschen auf: “Aspettate”(Wartet hier). Die Beiden warteten auf dem Platz bis der Fruttivendolo mit dem Geld zurückkam, aber vergebens. Er war fort wie ein Spuck. Dann kehrten Sie nach Laas zurück ohne Geld und ohne Ware.




